Himmel und Hölle
Da liegt ein Wochenende hinter mir, dass von großem Glück bis zu einem erneuten bösen Schlag alles, aber wirklich auch alles zu bieten hatte.
Ich hatte Besuch von meiner Freundin aus B. Sie lädt ihre Probleme im gleichen Maße bei mir ab, wie sie von mir Rechenschaft für bestimmte Verhaltensweisen einfordert. Geben und Nehmen - auch manchmal bis an Grenzen. Aber es ist okay. Es tut mir gut, wenn sie da ist, weil wir uns sehr nah sind und weil wir uns oft genug auch wortlos verstehen.
Auf der anderen Seite lieferte ein Telefonat mit meiner Mutter wieder ausreichend Stoff zum Nachdenken. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch, dass Anfang des Jahres mein Onkel so sehr qualvoll an Lungenkrebs gestorben ist. Seine Frau versucht noch, mit dem Erlebten fertig zu werden - und bekam jetzt die Diagnose, dass auch sie an Krebs erkrankt ist. Was muss das für ein böses Gefühl sein, wenn man ein Jahr lang miterlebt hat, wie der Liebste an Krebs erkrankte, durch diverse Chemotherapien und Bestrahlungen ging, Hoffnung schöpfte und wieder verlor und am Ende äußerst qualvoll starb. Wie betrachtet man seine eigene Erkrankung, wenn man noch keine Zeit hatte, das Erlebte zu verarbeiten? Ich mag gar nicht weiter darüber nachdenken und weiß aber schon, dass es mich sehr bedrücken wird.
Manchmal hat man das dumme Gefühl, auf der Bühne herumzustehen und nicht einmal Statist zu sein.
Stanislaw Jerzy Lec (1909-66), poln. Schriftsteller
Ich hatte Besuch von meiner Freundin aus B. Sie lädt ihre Probleme im gleichen Maße bei mir ab, wie sie von mir Rechenschaft für bestimmte Verhaltensweisen einfordert. Geben und Nehmen - auch manchmal bis an Grenzen. Aber es ist okay. Es tut mir gut, wenn sie da ist, weil wir uns sehr nah sind und weil wir uns oft genug auch wortlos verstehen.
Auf der anderen Seite lieferte ein Telefonat mit meiner Mutter wieder ausreichend Stoff zum Nachdenken. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch, dass Anfang des Jahres mein Onkel so sehr qualvoll an Lungenkrebs gestorben ist. Seine Frau versucht noch, mit dem Erlebten fertig zu werden - und bekam jetzt die Diagnose, dass auch sie an Krebs erkrankt ist. Was muss das für ein böses Gefühl sein, wenn man ein Jahr lang miterlebt hat, wie der Liebste an Krebs erkrankte, durch diverse Chemotherapien und Bestrahlungen ging, Hoffnung schöpfte und wieder verlor und am Ende äußerst qualvoll starb. Wie betrachtet man seine eigene Erkrankung, wenn man noch keine Zeit hatte, das Erlebte zu verarbeiten? Ich mag gar nicht weiter darüber nachdenken und weiß aber schon, dass es mich sehr bedrücken wird.
Manchmal hat man das dumme Gefühl, auf der Bühne herumzustehen und nicht einmal Statist zu sein.
Stanislaw Jerzy Lec (1909-66), poln. Schriftsteller
goldfederchen - 16. Jun, 09:18
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